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Wegen der einen oder anderen Anfrage zur Terminplanung für das Jahr 2020:
Die Jahresfahrt des Heimat– und Geschichtsverein Neunkirchen - Seelscheid geht vom 14. bis 17. Mai 2020 an die Bergstraße. Einzelheiten und die Möglichkeit zur Anmeldung folgen wie gewohnt Anfang Dezember 2019. Auskünfte gibt Bernhard Plitzko (Tel.: 8534).

Wir wünschen schöne Herbstferien
Hans-Jürgen Parpart, 1. Vors. Heimat – und Geschichtsverein

Terminhinweise des Heimat-und Geschichtsvereins
Die Wanderung am 07.09.2019 mit Hartmut Benz mußte leider krankheitsbedingt ausfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Ebenfalls muss der Vortrag von Hartmut Benz am 13.09.2019 verschoben werden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Neunkirchen-Seelscheid hat dieses Jahr Geburtstag: Die Gemeinde wird 50 Jahre alt. Nach dem damaligen „Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz)“ vom 10. Juni 1969 wurden die Gemeinden Neunkirchen und Seelscheid – nach vorhergehenden einstimmigen Ratsbeschlüssen – zur „neuen“ Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid zusammengefasst.

Die ursprünglich für den 1. Juli vorgesehene Zusammenlegung wurde jedoch wegen anhängiger Klageverfahren anderer Kommunen erst zum 1. August 1969 wirksam. Dies ist für den Heimat- und Geschichtsverein Anlass, sich diesem Geburtstag anzunehmen. Wir werden deshalb zum einen das Jahrbuch 2019 – Vorstellung geplant im November - unter dieses Motto stellen. Zum anderen wollen wir Ihnen rund um den Geburtstag unsere Gemeinde aus der Perspektive unseres Historikers Hartmut Benz nahebringen:

Im Juli ist uns dies in und für Neunkirchen gelungen. Nun folgt im September Seelscheid in 2 Veranstaltungen.

Landauf, Landab im Kirchspiel Seelscheid – Eine Wanderung mit Hartmut Benz
Treffpunkt ist am 7. September um 13:30 Uhr am Parkplatz des Gemeinde - / Evangelischen Friedhofs Seelscheid an der Frauenstraße. Die Wanderung geht wieder über Feld- und Waldwege, weshalb festes Schuhwerk angebracht ist und dauert ca. 3,5 Stunden.

Die Wanderung mußte leider krankheitsbedingt ausfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Seelscheid und seine „Nachbarschaft“ – Eine historische Betrachtung von Hartmut Benz
Die Veranstaltung wird am 13. September im Gasthof Röttgen um 19 Uhr beginnen
Auch diese Veranstaltung muss leider auf einen späteren Termin verschoben werden.

Die Veranstaltungen sind kostenlos.

Wir freuen uns auf Sie!

Der Vorstand des Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

Dorf Seelscheid

07. September 2019:
Landauf, Landab im Kirchspiel Seelscheid – Eine Wanderung mit Hartmut Benz
Treffpunkt Parkplatz des Evangelischen Friedhofs in Seelscheid um 13:30 Uhr
Die Wanderung mußte leider krankheitsbedingt ausfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

08. September 2019:
Der Heimat- und Geschichtsverein auf dem Seelscheider Sommer http://termine.wir-nkse.de/event/5-seelscheider-sommer

13. September 2019:
Seelscheid und seine „Nachbarschaft“ – Eine historische Betrachtung von Hartmut Benz
Beginn 19:00 Uhr im Gasthof Röttgen
Die Veranstaltung muss leider krankheitsbedingt ausfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

27. September 2019:
Der Heimat- und Geschichtsverein auf der Seniorenmesse in Neunkirchen

30. November + 01. Dezember 2019:
Der Heimat- und Geschichtsverein auf dem Seelscheider Chressmaart

14. + 15. Dezember:
Der Heimat- und Geschichtsverein auf dem 30. Romantik Weihnachtsmarkt in Neunkirchen

Am 12. Juli 2019 fand die Restaurierung des Wegekreuzes in Straßen mit der kirchlichen Weihe ihr vorläufiges Ende. Anwesend waren neben dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins und einigen Anwohnern ein Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises und der stellvertretende Bürgermeister, Herr Galinsky, der die historische Bedeutung eines solchen Kreuzes hervorhob. Pastor Wierling und Pfarrer Schleef feierten mit uns einen kleinen, von Gesang begleiteten ökumenischen Gottesdienst, in dem auch sie auf die Bedeutung der Wegekreuze als Wegweiser und darüber hinaus als sichtbares Zeichen des Glaubens eingingen. Am Ende der Feier stand die Neueinsegnung des Kreuzes.

Zuvor ging der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins noch einmal kurz auf die Geschichte der Restaurierung ein. Gerd Streichardt, damals Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Lohmar, traf sich im März 2016 mit den beiden Vorsitzenden Elisabeth Pützstück und Hans-Jürgen Parpart am Kreuz, das kirchlich zu Lohmar-Birk gehört. Gemeinsam stellten sie den bedauernswerten Zustand des Kreuzes fest: Es war sehr verschmutzt und hatte an etlichen Stellen der Oberfläche Abplatzungen, tiefe Risse waren erkennbar, und zudem war das Kreuz nicht mehr standsicher.

Dass dies nicht so bleiben könne, war schnell klar, und so wurde in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden die Restaurierung in Angriff genommen. Sie wurde dann 2017/2018 durch den renommierten Restaurator Rainer Pape nach den aktuellen Vorgaben des Denkmalschutzes vorgenommen. Hier stand nicht die Wiederherstellung des früheren Zustandes im Vordergrund, sondern die Erhaltung des alten Kreuzes bzw. dessen, was davon übrig ist. Was war nun zu tun?

Das Kreuz wurde vorsichtig gereinigt, um die Oberfläche nicht weiter zu schädigen. Dabei wurden die beiden Steinarten wieder deutlich sichtbar, aus denen das Kreuz gefertigt wurde, Drachenfelstrachyt und Bergische Grauwacke - eine früher, das Kreuz ist mit über 300 Jahren das älteste in der Gemeinde, übliche Vorgehensweise, um Kosten zu sparen: Transporte von den Steinbrüchen waren langwierig und teuer, und so nahm der Steinmetz, was er hatte.

An vielen Stellen war das Kreuz zerbrochen und musste mit Edelstahldübeln und Edelstahlarmierungen aufwändig stabilisiert werden. Nun steht es wieder sicher. Die Abplatzungen waren nicht zu retten und wurden entfernt, bis wieder eine festere Verbindung der 1985 hydrophobierten oberen Schicht mit dem übrigen Stein erkennbar war. Die Fehlstellen wurden mit Restaurierungsmörtel aufgefüllt, der in der Ursprungsfarbe des Steins, dieser ist mit der Zeit dunkler geworden, eingefärbt ist. Daher rührt das etwas „bunte“ aktuelle Aussehen. Durch Umwelteinflüsse werden sich im Laufe der Jahre die Farben angleichen. Das noch bis vor wenigen Jahren übliche Beschichten mit einer Schlämmlasur gehört heute nicht mehr zur fachgerechten Restaurierung. Erkennbare Unterschiede zwischen dem Ursprungsstein und den Antragsarbeiten der früheren und der heutigen Zeit sollen sichtbar sein, um erkennbar zu machen, was das Original ist. Dies ist vom Landeskonservator ausdrücklich gewollt.

Das Wegekreuz und die Drei-Kronen-Linde – beide sind ein Symbol für die Heilige Dreifaltigkeit des Herrn - gehören untrennbar zusammen, und so ist es uns ein Anliegen, dass dieses in Gänze wieder erkennbarer wird. Leider ist der Baum, der zuletzt 1985 auf drei Kronen zurückgeschnitten wurde, krank und nicht mehr so belastbar wie in früheren Zeiten. In Gesprächen mit dem Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises konnten wir aber deutlich machen, dass uns eine Annäherung an den alten tradierten, nun leider verlorenen Schnitt, ein Anliegen ist. Er sagte zu, dies aufzugreifen. Deshalb ist mit der Einsegnung des Kreuzes erst ein vorläufiges Ende der Restaurierung erreicht.

Hans-Jürgen Parpart
Erster Vorsitzender Heimat– und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid e.V.

Kreuz unter der Dreikronenlinde
Pfarrer Schleef und Wierling beim Gottesdienst
Segnung des Kreuzes
Restauriertes Kreuz

Am 15. und 17. Juli unternahm der Heimat- und Geschichtsverein mit Hartmut Benz anlässlich des 50-ten Geburtstages der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid zwei Ausflüge in die Geschichte von Neunkirchen – es sei schon hier gesagt: Der Ausflug in die Geschichte Seelscheids folgt am 7. und 13. September. Zunächst waren wir wirklich auf Schusters Rappen unterwegs und haben die Geschichte erwandert.

Fast 50 Personen machten sich an der Wendmühle, mindestens von 1623 bis 1956 als Mühle betrieben, auf den Weg über den historischen Ortsteil Höfferhof nach Eischeid, namensgebend für eine der vier Honschaften der Gemeinde Neunkirchen. Deutlich wurde, dass Entfernungen früher eine größere Rolle spielten als heute: In Eischeid war von 1820-1828 der Wohn- und damit auch Dienstsitz des Bürgermeisters von Neunkirchen und der Ort hatte von 1887-1972 eine Volksschule. Über Krawinkel ging es nach Hülscheid, stets einwohnerstärkster Ort des Pfarrbezirks Hermerath, wo sich die Teilnehmer bei einer Rast stärken konnten. Brackemich und Balensiefen waren weitere Stationen, an denen wie in den Orten zuvor Hartmut Benz Historisches zu den Orten oder zu mit ihnen verbundenen Personen erläuterte. Bevor die Wanderung in Wendmühle endete, war Station in Söntgerath: Urkundlich bereits 1296 erwähnt war auch Söntgerath namensgebend für eine Honschaft. Bereits 1892 wurde mit der Gründung des Männergesangverein Gemütlichkeit Söntgerath eine heute noch lebendige Institution ins Leben gerufen. Ein lohnender und interessanter Nachmittag, so die einhellige Meinung.

So nimmt es nicht Wunder, dass sich etliche der Wanderer von Montag am Mittwochabend wieder im Landgasthaus Herchenbach in Eischeid einfanden, um mit knapp 70 ZuhörerInnen, darunter Bürgermeisterin Nicole Sander, durch einen Vortrag von Hartmut Benz in die Geschichte Neunkirchens einzutauchen. Das Kirchspiel Neunkirchen war gleichzeitig kirchliches und weltliches Ordnungselement und damit eingebunden in Hierarchie und Nachbarschaft, jedoch war das Leben im Wesentlichen auf das Kirchspiel begrenzt. Zentrales Element des gemeinschaftlichen Lebens waren der Besuch des Gottesdienstes oder die beiden Jahrmärkte in Frühjahr und Herbst. Reisen in Nachbargemeinden waren beschwerlich und selten, zum Handeltreiben oder aber zur Gerichtsbarkeit. So erklärt es sich, dass auch die Beziehungen nach Seelscheid eher spärlich waren, zumal es nur eine einzige Brücke über den Wahnbach gab. Mit dem Einzug der „Neuen Lehre“ Luthers in Seelscheid (1587) wurden die Hürden eher größer als kleiner, obwohl Seelscheid bis 1698 noch zum Kirchspiel Neunkirchen gehörte. Die Religion, so führte Hartmut Benz aus, bestimmte bis ins 20. Jahrhundert hinein das Leben und der Pfarrer war die Instanz in der Gemeinde. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ging der Einfluss zurück und gleichzeitig machte die Mobilität deutliche Fortschritte. Mit den Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zuzug aus den umliegenden Stätten wurden die alten Unterschiede geringer. Mit dem Zusammenschluss 1969 wurden dann aus den beiden Gemeinden und dem Amt Neunkirchen die heutige Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid.

Lassen Sie uns gespannt sein, wenn uns Hartmut Benz nach den Ferien Seelscheid und seine Nachbarschaft aus Seelscheider Sicht aufzeigt!

Hans-Jürgen Parpart
Erster Vorsitzender Heimat – und Geschichtsverein Neunkirchen – Seelscheid e.V.

Die Gruppe am Start
Hartmut Benz hat nahe Höfferhof gespannte Zuhörer
Nach der Stärkung
Die Gruppe passiert Hülscheid

Fast dreißig Gäste sind am 11. Juli der Einladung des Heimat- und Geschichtsvereins gefolgt, um mehr über die das Ortsbild prägende Kirche zu erfahren. Herr Dieter Siebert-Gasper beschäftigt sich seit vielen Jahren mit ihrer Entstehungsgeschichte und der kunsthistorischen Einordnung. So erfuhren wir zunächst, dass wohl schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung Neunkirchens im Jahre 1178 hier eine Kirche stand. Im Zuge der Jahrhunderte wurde der älteste Teil, eine sogenannte Grabkirche, immer mehr zu dem romanischen Teil der heutigen Kirche erweitert. Einzelne Schritte machte Dieter Siebert-Gasper an Details wie Anschlussfugen und Achsversetzungen deutlich. In den Jahren 1913/15 wurde dann im Norden nach Abriss eines Seitenschiffs der neugotische Teil angebaut.
Großen Raum nahmen die Erläuterung der Gewölbemalereien im romanischen Chor ein, die erst 1952/53 bei Arbeiten in der Kirche entdeckt und freigelegt wurden. Herr Siebert-Gasper konnte, auch wenn manches nur noch schwer erkennbar ist, die Darstellungen zur Geheimen Offenbarung des Johannes mit der Anbetung des Lammes und zu den 4 apokalyptischen Reitern vor dem Auge des Betrachters sichtbar werden lassen.
Sankt Margareta ist eine außergewöhnliche Kirche, deren Besonderheiten sich nicht auf den ersten Blick erschließen.
Am Ende der Führung konnten wir dann über hundert Euro zu Gunsten des Erhalts der Kirche sammeln.

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vors. Heimat – und Geschichtsverein

Deckenmalerei im romanischen Chor
Dieter Siebert-Gasper erläutert
Der romanische Teil

Terminhinweise des Heimat- und Geschichtsvereins

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Neunkirchen-Seelscheid hat dieses Jahr Geburtstag: Die Gemeinde wird 50 Jahre alt. Nach dem damaligen „Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz)“ vom 10. Juni 1969 wurden die Gemeinden Neunkirchen und Seelscheid – nach vorhergehenden einstimmigen Ratsbeschlüssen – zur „neuen“ Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid zusammengefasst.

Die ursprünglich für den 1. Juli vorgesehene Zusammenlegung wurde jedoch wegen anhängiger Klageverfahren anderer Kommunen erst zum 1. August 1969 wirksam. Dies ist für den Heimat- und Geschichtsverein Anlass, sich diesem Geburtstag anzunehmen. Wir werden deshalb zum einen das Jahrbuch 2019 unter dieses Motto stellen. Wenn Sie auch ein 50-jähriges Jubiläum „1969 bis 2019“ haben und zum Jahrbuch beitragen wollen, wenden Sie sich bitte an eines unserer Vorstandsmitglieder!

Zum anderen wollen wir Ihnen rund um den Geburtstag Neunkirchen und Seelscheid auch unmittelbar aus der Perspektive unseres Historikers Hartmut Benz in vier Veranstaltungen nahebringen:

Landauf, Landab im Kirchspiel Neunkirchen – Eine Wanderung mit Hartmut Benz
Treffpunkt ist am 15. Juli um 13:30 Uhr an der Wendmühle (für das Navi: Neunkirchen-Seelscheid, Zur Wende (32)/Kreuzung Grafenwieserweg ). Die Wanderung (ca. 9 km) geht über Feld- und Waldwege, weshalb festes Schuhwerk angebracht ist und dauert ca. 3,5 Stunden

Neunkirchen und seine „Nachbarschaft“ – Eine historische Betrachtung von Hartmut Benz
Die Veranstaltung wird am 17. Juli um 19 Uhr im Landgasthaus „Herchenbach“ in Eischeid beginnen.

Landauf, Landab im Kirchspiel Seelscheid – Eine Wanderung mit Hartmut Benz
Treffpunkt ist am 7. September um 13:30 Uhr am Parkplatz des Evangelischen Friedhofs Seelscheid an der Frauenstraße. Die Wanderung geht wieder über Feld- und Waldwege, weshalb festes Schuhwerk angebracht ist und dauert ca. 3,5 Stunden

Seelscheid und seine „Nachbarschaft“ – Eine historische Betrachtung von Hartmut Benz
Die Veranstaltung wird am 13. September um 19 Uhr beginnen. Der Ort steht noch nicht fest.

Die Veranstaltungen sind kostenlos.

Wir freuen uns auf Sie!

Der Vorstand des Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

Vom 16. bis 19. Mai führte uns die Jahresfahrt 2019 mit interessanten Stationen auf der Hin- und Rückreise in die südliche Pfalz. Auf dem Weg nach Neustadt/Weinstraße machten wir Halt an der Grube Messel, ein UNESCO-Welterbe. Hier konnten wir Millionen Jahre in die Vergangenheit tauchen, den Berichten über den Ölschiefer lauschen und uns von den versteinerten Zeitzeugen, so z.B. dem Urpferd, begeistern lassen. In Neustadt angekommen hatten wir alsbald eine Führung durch die nie zerstörte Altstadt. Hier lernten wir die „Elwedritsche“ – unwirkliche Fabeltiere der Pfalz – am gleichnamigen Brunnen kennen. Die Altstadt mit ihren schönen alten Fachwerkhäusern und den vielen Gastwirtschaften war ein ideales Ziel abendlicher Ausgänge.

Der nächste Tag führte uns über das Hambacher Schloss – Symbol deutscher Demokratie – zunächst zur Burg Trifels, die unter den Saliern der Aufbewahrungsort der Reichsinsignien war und die absolute Herrschaft deutscher Kaiser symbolisierte. Wir besuchten das Deutsche Weintor und dann das elsässische Wissembourg. Nach dem gemeinsamen Abendessen brachte uns ein Musiker mit vielfältigem Gesang bei diversen Gläsern Pfalzwein die Geschichte der Region seit den Römern über die Franzosen und Bayern bis hin zur Neuzeit nahe.

Am Samstag erkundeten viele von uns Deidesheim, auch um den Deidesheimer Hof – hier traf sich Helmut Kohl mit ausländischen Staatsgästen zum „Saumagen“, einer pfälzischen Spezialität – in Augenschein zu nehmen. Beim folgenden Besuch der Villa Ludwigshöhe ein weiterer Höhepunkt: Ein Double von König Ludwig I. entführte uns in die bayrische Pfalz des 19. Jahrhunderts. Amüsant und lehrreich! Die Krönung des Tages aber war nach der Pflichtveranstaltung „Weinlehrpfad“ die Weinprobe mit pfälzischer Vesper! Leberwurst mit Müller-Thurgau, Griebenwurst mit Weißburgunder oder Schwartenmagen mit Burgunder – alles gleichermaßen lecker.

Auf der Heimfahrt besuchten wir die alte Bischofsstadt Limburg: Ein Rundgang zeigte die wechselvolle Geschichte dieser alten Handelsstadt und wir erfuhren viel über den unterschiedlichen Fachwerkbau. Limburg hatte das Glück, dass, just als in den Sechzigern die Abrisspläne der Altstadt fertig waren, das Geld ausging und uns so die wunderschöne Altstadt erhalten blieb. In gut dreißig Jahren wurde sie dann zu ihrer heutigen Schönheit saniert!

Vielen schlechten Vorhersagen zum Trotz – eine unvergessliche Reise bei mildem Frühlingswetter!

H.-J. Parpart, 1. Vorsitzender

Modell des Urpferds
Elwedritsche - Fabelwesen der Pfalz
Die Altstadt von Neustadt a. d. Weinstrasse
Hambacher Schloß
Burg Trifels
Weintor
Wissembourg
Geschichte mal musikalisch
Deidesheimer Hof
Blick in die Rheinebene
König Ludwig
Herr Hahn erläutert am Weinlehrpfad
Limburger Dom
Altstadt Limburg

Das Wegekreuz in Wahn stammt aus dem 19. Jahrhundert und hatte deutlich gelitten, so war das Kreuz am Übergang zum Fundament verfault und nicht mehr standsicher. Es war am dahinter stehenden Baum angegurtet! Im Jahre 2017 trat der Eigentümer des Wegekreuzes mit der Bitte um Unterstützung bei der Sanierung an uns heran. Unsere 2. Vorsitzende Elisabeth Pützstück griff dies auf, vermittelte Handwerker und packte sogar manchmal selbst mit an. So schafften es die Eigentümer das Kreuz zu sanieren und auf einen nicht verrottbaren neuen Fuß aus Stahl wieder aufzustellen. Am 29. März trafen sich nun Eigentümer und Mitglieder des Vereinsvorstands, um auf die gelungene Aktion anzustoßen.

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vorsitzender

Das defekte Kreuz
Das fertige Kreuz
Wir stoßen an

Bemerkenswert, wie es Frau Gisela Arnolds immer wieder gelingt, neue lohnenswerte Ziele in der näheren Umgebung auszumachen, zu deren Erkundung sich stets eine beträchtliche Mitgliederzahl des HGV zusammenfindet. So trafen sich auch am Samstag, d. 6. April 2019, ca. 30 interessierte Damen und Herren am Antoniusplatz in Neunkirchen um von dort pünktlich um 13.30 Uhr in schnell gebildeten Fahrgemeinschaften in Richtung Siegtal aufzubrechen. Über Winterscheid und Fußhollen ging die Fahrt durch die wald- und kurvenreiche sonnendurchflutete Frühlingslandschaft nach Eitorf-Merten.
Kurz vor dem Oberdorf am unübersehbaren erhöht aufgestellten Arma-Christi-Kreuz erwartete uns der wohlbekannte und beliebte Historiker Hartmut Benz, der uns in den folgenden zwei Stunden sowohl kenntnisreich als auch unterhaltsam in die Geschichte der talwärts gelegenen Ansiedlung einführte. Vom Startpunkt hatten wir eine gute Übersicht über das Gebäudeensemble mit wohlgepflegtem kleinem Friedhof, auf dem auch ein einst sehr beliebter Mucher Kaplan seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Herr Benz führte uns zum Haupteingang des ehemaligen Klostergevierts, von wo man einen schönen Blick auf die der heiligen Märtyrerin St. Agnes geweihte Kirche hat. Gen Norden fiel die sogenannte Orangerie mit einem vorgelagerten Springbrunnen in einer kleinen Gartenanlage ins Auge. Die sich westlich und südlich an die seit dem Bombenangriff 1945 wieder hergestellten Klostermauern anschmiegenden niedrigen Wohngebäude lassen in ansprechender Weise die heutige Verwendung des Ensembles als Seniorenheimstätte erahnen.
Das Kloster, dessen Gründungsdaten mangels schriftlicher Zeugnisse nicht eindeutig zu bestimmen sind – wahrscheinlich war es eine Zuwendung des Grafen Heinrich II. von Sayn und seiner Gemahlin Agnes von Saffenberg – wurde erstmals 1218 urkundlich erwähnt. Merten konnte somit jüngst sein 800tes Jahresfest feiern! Zwischen 17 und 7 adlige bzw. vornehme Damen vor allem aus dem Bergischen bildeten dort einen Konvent, der sich auf die Regeln des Augustinerordens verpflichtete und einen breit gestreuten landwirtschaftlichen Besitz einschließlich Mühle mithilfe von weltlichen Bediensteten betrieb. Auch karitative Aufgaben und kontemplative Übungen füllten den Alltag der Nonnen. Nach der Auflösung des Zisterzienserklosters Herchen fielen dessen Besitztümer 1581 an das Mertener Kloster. Mit der napoleonischen Machtübernahme wurden nicht nur die klostereigenen Gebäude stark zerstört, sondern auch die mobilen Wertgegenstände geplündert und entführt, einschließlich der zahlreichen Reliquien, die bis dahin in der Kirche aufbewahrt worden waren. 1803 erfolgte die Auflösung des Konvents. Die Geschichte der baulichen Anlage, in der Namen wie von Cappenstein, von Wildenburg, von Hatzfeld, von Merode und von Nesselrode eine Rolle gespielt hatten und weiterhin spielten, setzte sich mit Kauf und Weiterverkauf, mit Wiederaufbau, Restaurierung, Umgestaltung, Umnutzung und erneuter Zerstörung in den folgenden Jahrhunderten fort. Zum Beispiel fand im Ostflügel im 19. Jahrhundert eine Schule ihren Platz, und Graf Felix Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein brachte neobarocke Elemente in das Ensemble ein. Nach dem 2.Weltkrieg übersiedelte dessen Familie auf ihren heutigen Familiensitz Burg Herrnstein. 1955 übernahm das Kuratorium Merten e.V. die Gebäude, die seit 1991 als Seniorenresidenz genutzt werden.
Nachdem Herr Benz seine Ausführungen zum eigentlichen Kloster beendet hatte, wandte sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden der alles überragenden Kirche St. Agnes zu. Inzwischen hatte sich auch ein weiterer Heimatgeschichtler, Herr Patt, mit dem Kirchenschlüssel eingefunden. Einigermaßen erstaunt betrachteten wir die in Höhe und Dachgestaltung völlig verschiedenen Fassadentürme. Die Ursachen für den eklatanten Unterschied konnten jedoch nicht erhellt werden.
Die Gründung des Gotteshauses erfolgte wahrscheinlich vor der des Klosters und hat wohl denselben Stifter. Grauwacke, Tuff, Trachyt, Andesit und Wolsdorfer Steine als ursprüngliche Baumaterialien wurden auch wiederverwendet als nach dem zerstörerischen Brand von 1699 die Kirche 1704 wieder im romanischen Baustil (Rundbögen, Flachdecke) aufgebaut wurde. Zu späteren Zeiten wurde sie weiß verputzt. Da das Feuer die Innenausstattung bis auf die Statue des Hl. Sebastian völlig vernichtet hatte, entschied man sich für eine dem damaligen Zeitgeist entsprechende zurückhaltende barockisierende Ausschmückung mit wenigen Heiligenfiguren und Gemälden. Besonders gefiel eine Mondsichelmadonna über dem Altar im nördlichen Seitenschiff. Prunkvolle an den Außenmauern aufgestellte Grabplatten aus dem 17./18. Jhdt. waren vor Verwitterung gut geschützt.
Um weitere Detailkenntnisse bereichert verließen wir das Klostergelände und überquerten die vorbeiführende Straße. Gegenüber erhebt sich aus einer umlaufenden Einfriedigung der Nachfolgebau des ehemaligen Rittersitzes Burg Merten. Auch dieser unterlag im Laufe der Zeit verschiedenen Nutzungen, z.B. wurde er zeitweilig als Forsthaus gebraucht. Heute ist das stattliche Bruchsteinhaus in Privatbesitz.
Ein paar Schritte weiter den Hang hinab konnten wir noch einen Blick auf das Gestüt Merten werfen. Es wurde 1960 zur Aufzucht und Pension von Vollblutpferden als Neugründung der vormals Berliner Pferderennsportvereinigung Union Club eingerichtet. Seit 1995 ist es mit ca.100 Boxen und 45 ha Land in privaten Händen.
Ein Schild am Wegesrand weist die Richtung zum Bahnhof, der den Anschluss an die Siegstrecke gewährleistet. Die Bahngleise verschwinden jenseits des Dorfes in einem Tunnel, der im Krieg als Schutzbunker von der Bevölkerung genutzt wurde.
Da die Zeit mit der ausführlichen Besichtigung fortgeschritten war und zur späten Kaffeezeit in Neunkirchen ein gedeckter Tisch bei Frau M. Reudenbach auf einige Vereinsmitglieder wartete, beendete die interessierte Gruppe auf Anraten der Exkursionsleitung den lehrreichen Ausflug.
Vorbei an der stillgelegten öffentlichen Wasserpumpe des Dorfes ging es langsamen altersangepassten Schrittes bergan zurück zum Ausgangspunkt. Nach gebührendem Dank an Herrn Benz und Frau Arnolds bestiegen alle Teilnehmer ihre jeweiligen Fahrzeuge.
Roswitha Flöttmann

Begrüßung durch Hartmut Benz
Die Kirche St. Agnes
Die Orangerie
Burg Merten
Vor dem Eingang zum Kloster

 

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