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Jahresfahrt des HuGV, ein Reisebericht

Die Fahrt hatte 41 Reiseteilnehmer/innen und war damit ausgebucht, unser Hotel war das sehr gute „Hotel Fürstenhof“ in Bad Kreuznach. Abgesehen von einem Regenguss am Donnerstagnachmittag in Bad Kreuznach hatten wir trockenes, zum Teil gutes zum Schluss der Reise hin sehr gutes Wetter, was der Stimmung in unserer Gruppe natürlich sehr zu Gute kam. Immer wieder nett das Miteinander der Teilnehmer unserer Jahresfahrten!

Lesen Sie unseren ausführlichen Bericht mit begleitenden Fotos!

1. Tag

Am Morgen startete unsere Reisegruppe zwischen 8:30 Uhr und 8:45 Uhr von Seelscheid und Neunkirchen aus in Richtung Bad Kreuznach. Bei recht durchwachsenem Wetter verlief der erste Teil der Fahrt insgesamt entspannt und bot bereits Gelegenheit zu ersten Gesprächen und Vorfreude auf die gemeinsame Zeit.

Zur Halbzeit der Strecke legten wir einen Aufenthalt im Kloster Maria Laach ein. Dort hatten alle Teilnehmenden genügend Zeit, die beeindruckende Klosteranlage auf sich wirken zu lassen. Ein Spaziergang zum Ufer des Laacher Sees war möglich, dessen ruhige Atmosphäre zum kurzen Verweilen einlud. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, eine kleine Stärkung einzunehmen und die eindrucksvolle Klosterbasilika zu besichtigen, die mit ihrer romanischen Architektur, insbesondere mit dem dem Eingang vorgelagerten Paradies, zu den bedeutenden Sakralbauten Deutschlands zählt.

Um 12:30 Uhr setzten wir unsere Fahrt nach Bad Kreuznach fort und erreichten rechtzeitig unseren nächsten Programmpunkt. Um 14:30 Uhr begann eine interessante Führung durch die historische Altstadt. Dabei erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte und Entwicklung der Stadt. Anschließend ging die Führung durch den Park in das Römermuseum, wo wir spannende Einblicke in das Leben und die Kultur der Römer in dieser Region erhielten. Herausragend hier die beiden großen Bodenmosaike, authentisch und an Ort und Stelle, wie sie in der gigantischen Römervilla der Antike erstellt worden waren und in situ bis heute überdauert haben. Die Führung endete gegen 17:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg zum Hotel.

Um 17:15 Uhr erfolgte der CheckIn im Hotel Fürstenhof. Nach einer kurzen Erholungspause traf sich die Gruppe um 18:30 Uhr zu einem gemeinsamen Abendessen im italienischen Restaurant „Al Fiume“, das direkt an der Nahe gelegen ist. In angenehmer Atmosphäre genossen wir die uns gebotenen italienischen Spezialitäten und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.

Den Abschluss des gelungenen Tages bildete ein gemütliches Beisammensein an der Hotelbar. In entspannter Stimmung klang der erste Reisetag in geselliger Runde aus. Alle waren sich einig, dass der abwechslungsreiche Tag einen gelungenen Auftakt für den weiteren Aufenthalt in der Region darstellte.

2. Tag

Nach dem sehr guten Frühstück im Hotel starteten wir um 9:15 Uhr zur Fahrt nach Ingelheim. Dort erwarteten unsere große Gruppe gleich drei Gästeführer/innen. Zunächst besichtigten wir die Merowingergräber (6. Jhdt.) in St. Remigius, bevor wir die beeindruckende Kaiserpfalz Karls des Großen erkundeten. Die Anlage erwies sich als herausragende historische Stätte mit einem herrlichen Blick über den Rhein bis hin zum Rheingau. Die gewaltigen Ausmaße dieser Pfalz sind in Niederingelheim noch heute an vielen Stellen gut sichtbar und vermitteln einen eindrucksvollen Eindruck ihrer einstigen Bedeutung.

Zur Mittagszeit kehrten wir mit unserer großen Reisegruppe in einer Backstube ein und stärkten uns für den weiteren Tag. Um 13:15 Uhr ging es dann weiter nach Mainz.

Hier wurden wir um 14:00 Uhr an St. Stephan von einer Gästeführerin und einem Gästeführer in Empfang genommen. Zunächst besuchten wir die Kirche mit ihren fantastischen Chagall-Fenstern, die durch ihre Farbenpracht und besondere Atmosphäre beeindrucken. Anschließend führte uns ein Rundgang durch die Mainzer Altstadt, bei dem wir viele interessante Einblicke in Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt von Rheinlandpfalz erhielten. Wir hatten für den Tag hier wie dort großes Glück mit den kompetenten und umgänglichen Stadt-/Gästeführern/innen.

Nach einer größeren Pause traf sich die Gruppe um 18:00 zum gemeinsamen Abendessen in der Weinstube „Augustinerkeller“, die ihren Namen von der benachbarten Augustinerkirche her hat. Bei gutem Essen in stimmungsvollem Ambiente, untermalt von einer launigen Gesangsdarbietung einer anwesenden Männergruppe, klang der Besuch in Mainz aus. Nach der Rückfahrt nach Bad Kreuznach ins Hotel ließen wir den erlebnisreichen Tag gemütlich in der Hotelbar ausklingen.

3. Tag

Am folgenden Tag stand eine Bustour entlang der Nahe und durch das umliegende Hügelland auf dem Programm. Thematischer Schwerpunkt für diesen Tag war das Leben und Wirken der Heiligen Hildegard von Bingen (1098 – 1179).

Einen derartigen „Tag auf dem Bus“ haben wir auf unseren Jahrestouren fast immer im Programm, um über eine Gästeführung Land und Leute, Geschichte und Traditionen der jeweiligen Region kennenzulernen. Dieses Jahr hatten wir eine ausgesprochen kenntnisreiche Gästeführerin, die nach Absprache den Tag bestens einrichtete, auch im Hinblick darauf, dass wir einige recht hochbetagte Reiseteilnehmer/innen haben.

Erster Halt war Bad Münster am Stein-Ebernburg. Dort beeindruckten vor allem die großen Gradierwerke, die ursprünglich der Gesundheit und insbesondere der Erholung der Atemwege dienten. Ebenso sehenswert war das prachtvolle alte Kurhaus im Jugendstil, das von der Bedeutung des Kurortes in vergangenen Zeiten zeugt.

Anschließend führte die Fahrt durch das landschaftlich reizvolle und bergige Naheland zum Disibodenberg. Auf einer bewaldeten Anhöhe besichtigten wir die Überreste eines einst bedeutenden Benediktinerklosters. Die malerisch im Wald gelegenen Ruinen wirkten beinahe verwunschen und vermittelten einen eindrucksvollen Eindruck klösterlichen Lebens vergangener Jahrhunderte. Während der gesamten Fahrt erläuterte unsere kompetente und umgängliche Gästeführerin immer wieder interessante Details aus dem Leben der Heiligen Hildegard. Gerade die Benediktinerabtei Disibodenberg spielte dabei eine zentrale Rolle, denn hier verbrachte Hildegard seit ihrer Kindheit einen großen Teil ihres klösterlichen Lebens. Informationen zur Naheregion im Allgemeinen wurden auf der Busfahrt immer wieder gegeben.

Weiter ging die Reise nach Sponheim, wo Hildegard ebenfalls einige Jahre wirkte. In der dortigen, hervorragend gepflegten Kirche mit dem Grundriss eines griechischen Kreuzes entstand ein besonders stimmungsvoller Moment: Einige sangesfreudige Männer unserer Gruppe stimmten ein Lied an, in das nach und nach alle einstimmten. Der Gesang erfüllte den Kirchenraum und sorgte für eine beeindruckende Atmosphäre.

Die weitere Tagesfahrt führte uns vorbei an einer alten Burg aus der Zeit Hildegards nach Bingen am Rhein. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Besuch des Museums am Rhein. Dort standen Leben und Wirken der Heiligen Hildegard ebenso im Mittelpunkt wie die Geschichte und Entwicklung der Stadt Bingen. Hier in Bingen begründete Hildegard das Kloster am Rupertsberg, wo sie lange als Äbtissin wirkte. Von diesem Kloster gibt es heute nicht einmal mehr Reste.

Am späten Nachmittag erfolgte die Rückfahrt nach Bad Kreuznach. Den Abend gestaltete jeder nach seinem eigenen Geschmack und ließ die vielfältigen Eindrücke des Tages in entspannter Atmosphäre ausklingen.

4. Tag

Am Sonntagmorgen hieß es nach dem Frühstück Abschied nehmen vom Hotel. Nach dem CheckOut startete die Gruppe um 9:00 Uhr zur Weiterfahrt. Die Route führte zunächst über Mainz und eine Rheinbrücke auf die rechte Rheinseite in den Rheingau.

Vorbei an Eltville erreichten wir das traditionsreiche Schloss Johannisberg, eines der bekanntesten Weingüter Deutschlands. Hier erwartete uns eine interessante Führung durch die historischen Weinkeller. Dabei erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte des Weinbaus im Rheingau und die besondere Bedeutung des Schlosses für die Entwicklung des Rieslings. Im Anschluss an die Führung konnten wir bei einer Weinprobe drei unterschiedliche Rieslinge des Weinguts selbst verkosten.

Vor der Führung und nach der Weinprobe blieb Zeit, die weitläufige Anlage und ihre Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Bemerkenswert schön der Blick über die schlosseigenen Weinberge über den Rhein nach Ingelheim und ins Rheinhessische.

Um 12:30 Uhr setzte die Reisegruppe ihre Fahrt zur Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Hildegard in Eibingen fort, das heute zu Rüdesheim gehört. Die Kirche befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Eibingen, das einst von der Heiligen Hildegard von Bingen auf der rechten Rheinseite gegründet worden war.

Bewegt ist Geschichte dieses Ortes. Das ursprüngliche Kloster wurde während der Säkularisation unter Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben und schließlich nahezu vollständig zerstört. Heute erinnert die Pfarr- und Wallfahrtskirche an das bedeutende Wirken Hildegards in Eibingen.

Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs der Kirche war die Besichtigung des Schreins der Heiligen Hildegard. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, diesen bedeutenden Wallfahrtsort in Ruhe auf sich wirken zu lassen und mehr über Leben und Verehrung der Heiligen zu erfahren. In dieser Kirche schloss sich der Kreis unserer Erkundungen zu dieser berühmten Mystikerin und Kirchenlehrerin des Mittelalters.

Nach dem Besuch der Wallfahrtskirche führte unser Weg auf dem Weg zum Niederwalddenkmal vorbei an der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard. Das erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Kloster knüpft bewusst an das geistliche Erbe der Heiligen Hildegard an und prägt bis heute das religiöse Leben im Rheingau.

Anschließend erreichten wir das Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim. Unterhalb des Denkmals waren wir in einem Restaurant zum gemeinsamen Mittagessen angemeldet. Nach dem Essen blieb ausreichend Zeit, das imposante Monument zu besichtigen.

Das Niederwalddenkmal mit der gewaltigen Germania-Figur und den zahlreichen patriotischen Darstellungen beeindruckt durch seine Größe und seine exponierte Lage. Auch das martialische Lied „Die Wacht am Rhein“, das eng mit der Entstehungszeit des Denkmals verbunden ist, wurde dabei thematisiert. Sinn und Zweck des Monuments bringt die Inschrift auf dem Sockel zum Ausdruck: „Zum Andenken an die einmuethige siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und an die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches 1870 1871.“

Bei bestem Wetter bot sich vom Niederwalddenkmal ein großartiger Rundblick über Rüdesheim und den Rheingau, über den Rhein hinweg nach Bingen und Rheinhessen sowie in das Naheland. Diese herrlichen Ausblicke bildeten einen gelungenen Abschluss unserer Reise auf den Spuren der Heiligen Hildegard und durch die Kultur- und Weinlandschaften an Rhein und Nahe.

Um 16:00 Uhr traten wir die Heimfahrt an. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir wieder unsere Heimatorte. Mit vielen neuen Eindrücken, interessanten historischen Erkenntnissen und schönen gemeinsamen Erlebnissen kehrten die Teilnehmer nach Hause zurück.

Bernhard Plitzko

Der Heimat- und Geschichtsverein ist auch im Jubiläumsjahr auf unseren Weihnachtsmärkten vertreten. Die Seelscheider Chresmaat bot die Gelegenheit, unser aktuelles Jahrbuch zu erwerben oder auch unser aktuelles Angebot, die Broschüre „Wo de Hohnder jepickt han“, ein brandneuer Begleiter zu interessanten Orten der Gemeinde. Manche nutzten auch die Gelegenheit, Mitglied zu werden und wer dies bei uns am Stand machte, erhielt anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums eine Überraschung! Dieses Angebot gilt auch in Neunkirchen!

Besuchen Sie uns am 13. und 14. Dezember auf dem Romantik-Weihnachtsmarkt in Neunkirchen. Sie finden uns am Marktplatz!

Wir freuen uns auf Sie und viele Gespräche!

Ihr Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

 

Sein Haus ist in unserer Broschüre

Im Jubiläumsjahr - 40 Jahre HGV – führte die Jahresfahrt an den unteren Niederrhein. Sie wurde von Bernhard Plitzko sehr gut vorbereitet und souverän durchgeführt und bot viel Besonderes.

War der geführte Besuch in Kloster-Kamp im Nieselregen noch ‚Standard‘, so waren die Einlassungen und Führung des Historikers Hartmut Benz, eines unserer Vorstandsmitglieder, in Kloster Graefenthal inhaltsreich und unterhaltsam zugleich.

Etwas ganz Besonderes war am nächsten Tag der Besuch mit Herrn Benz auf Schloss Kalbeck, das im Allgemeinen der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Der Vormittag schloss mit einer Mittagsrast nach einer Fährfahrt über das Flüsschen Niers ab. Nachmittags besuchten wir auf der Gaesdonck das Internatsgymnasium mit seiner einzigartigen Bibliothek - die Dokumente und Bücher datieren bis ins 15. Jahrhundert. Dann fuhren wir nach Goch, wo Pfarrer Arndt, gebürtig aus Pohlhausen, es sich nicht nehmen ließ, uns seine evangelische Kirche am Markt, klassisches Beispiel einer reformierten Kirche, zu zeigen.

Der Samstag brachte eine kompetent begleitete Rundfahrt durch die Region mit Stopps in Nijmegen und Kevelaer. Die Fahrt führte auch durch Kleve mit eindrucksvoller Führung über den nahe gelegenen britischen Soldatenfriedhof. Mit einem guten Essen, leckeren Getränken und vielen guten Gesprächen klang der Tag aus.

Die Rückfahrt am Sonntag führte uns über die Gemeinde Grieth am Rhein - wer hätte gedacht, dass es über einen 800-Seelen-Ort so viel zu sagen gibt! - nach Kalkar mit seiner Nicolaikirche und ihren faszinierenden Glasfenstern und Altären. War der Fischerort Grieth in engen Mauern angelegt, so nutzte die Handelsstadt Kalkar viel Raum für öffentliche Flächen als Zeichen ihres Reichtums.

Pünktlich kamen wir abends wieder zuhause an. Und was sagen die Teilnehmer: Wir freuen uns auf die Fahrt im nächsten Jahr!

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins

Feurige Vergangenheit – genussvolle Erlebnisse

Auf der Wochenendfahrt unseres Vereins durften 39 Teilnehmer die sehr schönen Seiten der Vulkanregion Vogelsberg erleben. Gestartet wurde Fronleichnam, Donnerstag der 30.5.2024 gegen 8.30 Uhr. Am Vormittag erreichten wir unser erstes Reiseziel, das Schloss Weilburg. Idyllisch von der Lahn umgeben, erhebt sich das Schloss auf einem Bergsporn. Ursprünglich geht das Schloss auf eine mittelalterliche Burg zurück. Später ließ sich Graf Johann Ernst (1664-1719) von einer Bildungsreise an den prunkvollen Hof des Sonnenkönigs Ludwigs XIV von Frankreich inspirieren. Ab 1702 begann er mit Umbauten und schuf sich sein persönliches Versailles. Die Schlossführung durch die Innenräume zeigte uns die prachtvolle, barocke Wohnkultur der damaligen Zeit. Ein besonderer Blickfang war die riesige Badewanne (Fassungsvermögen gut 2000 Liter) aus schwarzem Lahnmarmor, die bereits damals über einen fließenden Warm- und Kaltwasseranschluss verfügte. Johann Ernst nutzte seine Badewanne regelmäßig. Ein weiterer Höhepunkt war die obere Orangerie mit ihren 2054 Delfter Kacheln. Jede Kachel zeigt ein eigenes Motiv. Den Abschluss bildete ein Besuch des Lahnflusstunnels. Um 15 Uhr steuerten wir den „Landgasthof Jägerhof“ in Lauterbach Maar an, der uns für die nächsten drei Nächte beherbergte. Bei regionaler Küche ließen wir im historischen Eulenfang den Abend ausklingen.

Am zweiten Tag unserer Tour erkundeten wir Fulda. In drei geführten Gruppen besuchten wir zuerst den barocken Dom. Im Jahr 1704 begann der Bau der Kathedrale, bis zur Fertigstellung dauerte es nur acht Jahre. Vorbild für den Bau war der Petersdom. Der Fuldaer Dom fiel zwar deutlich kleiner aus, dafür ist er lichtdurchflutet, für eine Barockkirche schlichter gehalten und Wände und Decke strahlen in weißer Farbe. Den berühmtesten Teil des Doms erreichten wir über zwei breite Treppen hinter dem Hauptaltar. Hier ist der heilige Bonifatius begraben. Mit seiner Körpergröße von 1,90m muss er seinen Zeitgenossen riesig vorgekommen sein, zudem wurde er ca. 80 Jahre alt. Winfried, wie er eigentlich hieß, wirkte zwischen Exeter, Rom, Germanien und Friesland. So kann man ihn auch getrost als den ersten Europäer bezeichnen. Der barocke Dom grenzt an die barocke Altstadt mit ihrem besonderen Charme. Sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser, nette Plätze, kleine Cafés und Restaurants sind zu bewundern. Für die weiblichen Tourteilnehmerinnen waren die vielen kleinen Geschäfte interessant. Die zwei Stunden zur freien Verfügung wurden dementsprechend genutzt. Die Herren der Schöpfung kamen im Laufe des Nachmittags auf ihre Kosten. Von Fulda aus fuhren wir zum Städtchen Schlitz. Nach Begehung des Hinterturms, der uns einen fantastischen Blick auf die Stadt gewährte, wurde zügig die Schlitzer Destillerie besucht. Sie wurde 1585 gegründet und ist somit eine der ältesten Brennereien der Welt. Hier entstehen ausgezeichnete Brände, Liköre und Spirituosen. Nicht komplikationsfrei gestaltete sich das anschließende Abendessen im Schlitzer Braustübchen. Ob durch den Besuch der Destillerie beeinträchtigt oder aufgrund der Vielzahl an Gerichten, wusste nicht mehr jeder, welches Essen er gewählt hatte.

Der dritte Tag unserer Kurzreise, Samstag der 1. Juni, begann leider sehr regnerisch. Insofern hatte unser Reiseleiter, Bernhard Plitzko, für die geführte Bustour durch die Region den richtigen Zeitpunkt gewählt. Vom Bus aus bewunderten wir die typischen Heckenlandschaften und Laubwälder. Wir fuhren durch kleine, beschauliche Orte erbaut aus dem, was die Region hergibt, Holz und Basalt. Nach einem regnerischen Besuch der beschaulichen Stadt Alsfeld, ging es weiter zum Ort Schotten. Ein Besuch im Vulkaneum wurde aufgrund des Wetters kurzfristig eingeplant. Hier lernten wir in anschaulicher Form viel über die Vulkanregion Vogelsberg und ihre feurige Vergangenheit. Sie ist mit 2500 qkm das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Weiter ging es zum Café Baumhaus auf dem Hoherodskopf. Leider mussten wir aufgrund des Wetters auf die herrliche Fernsicht verzichten. Durch verschiedene leckere, selbstgebackene Kuchen gestärkt, ging die Fahrt weiter nach Lauterbach. Das Sprichwort „wenn Engel reisen, lacht der Himmel“ traf genau auf unser Ankommen in Lauterbach zu. Wir durften die Kreisstadt mit ihren Gässchen und Sehenswürdigkeiten im Sonnenschein genießen.

An unserem letzten Tag der Fahrt wanderten wir auf Goethes Spuren. In zwei geführten Gruppen erkundeten wir die Altstadt von Wetzlar. Am 10. Mai des Jahres 1772 reiste Goethe in die Hauptstadt des Rechts, die auf den ersten Blick so gar nichts Verlockendes für ihn hatte, bis er Charlotte Buff kennenlernte. Sie war die Tochter des Deutschordensamtmannes. Allerdings war seine Liebe zu Lotte aussichtslos, sie war einem anderen Mann versprochen. Daher verließ Goethe Wetzlar bereits am 11.September 1772. Seine unerfüllte Zuneigung verarbeitete er in seinem weltberühmten Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. Vom Lottehaus beeindruckt, nahmen wir einen mittelalterlichen Handelsweg, der von Frankfurt nach Köln über die Alte Lahnbrücke führte. Diese alte Brücke wird urkundlich 1288 erstmals erwähnt und führte uns zur Gaststätte „Bootshaus“. Hier kehrten wir das letzte Mal gemeinsam ein. Nach dem gemeinsamen Essen erwartete uns eine Führung in und um den Wetzlarer Dom. Das Wahrzeichen der Stadt ist unvollendet und einzigartig in seiner Baugeschichte, als auch in seiner Stellung als Simultankirche. Jede Epoche der deutschen Kirchenbaukunst hat hier ihren Fingerabdruck hinterlassen. Als sich die Wetzlarer mit der Reformation dem lutherischen Glaubensbekenntnis zuwandten, teilte man sich die Kirche und so blieb es bis heute. Katholische und evangelische Gemeinde benutzen denselben Altar und dieselbe Orgel, gestiftet durch Ernst Leitz II, den Besitzer der Firma Leica, die führend im Bau von Kameras war. Wetzlar wird häufig auch als die Optikstadt bezeichnet.

Von den Erlebnissen beeindruckt, aber auch ermüdet verschlief so mancher Teilnehmer die Rückfahrt. Wir erreichten pünktlich am frühen Abend die Heimat mit Vorfreude auf die Fahrt 2025.

Vielen Dank lieber Bernhard für eine sehr gelungene und informative Bildungsreise.

Goethe wäre sehr zufrieden.

Antje Fischer, 2. Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Neunkirchen-Seelscheid

Wie angekündigt wird der Heimat-und Geschichtsverein am 20. April die Aggertalhöhle und das Museum für Schreibkultur und Kalligrafie in Wiehl besuchen. Die Aggertalhöhle zeichnet sich dadurch aus, dass der große in der Höhle sichtbare Fossilienreichtum vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass der über der Kalkschicht lagernde Tonschiefer oder Tonstein dem kohlensäurehaltigen Oberflächenwasser den Zugang zur Kalkschicht verwehrt. So konnten sich nur an ganz wenigen Stellen Tropfsteine und Sinterüberzüge auf den Höhlenwänden bilden.

Nach einer Stärkung erwartet uns in Wiehl im Bergischen Land das einzige Museum Deutschlands, das sich der Schreibkultur verschrieben hat. Es erzählt uns von der Entwicklung vom römischen Stilus bis zur Schreibfeder aus Stahl mit vielen spannenden Details.

Wir starten am Samstag, den 20. April um 9:15 Uhr wie gewohnt am Antonius-Platz (ZOB) in Neunkirchen.

Der Teilnehmerbeitrag für beide Führungen beträgt für Mitglieder 15 Euro, für Nichtmitglieder 20 Euro.

Es sind noch wenige Restplätze verfügbar. Anmeldung bei Gisela Arnolds (Tel 02247/2910)

Hans-Jürgen Parpart
1. Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

Am Freitag den 12. Januar besuchte eine Gruppe des Heimat- und Geschichtsvereins das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, wobei wir uns sehr freuten, auch zwei SchülerInnen der Gesamtschule begrüßen zu können. Wir wurden im Archiv sehr herzlich von der Leiterin, Frau Dr. Arndt und ihrem Stellvertreter Herrn Harms empfangen.

Zunächst wurde uns in einem sehr abwechslungsreichen Vortrag die Geschichte des Rhein-Sieg-Kreises vom ausgehenden Mittelalter bis in die Gegenwart erläutert, bis er mit der Gebietsreform von 1969 seine heutige Struktur fand. Mit einiger Verzögerung folgte die wechselhafte Entwicklung des Kreisarchivs. Nach dem Beginn als Altaktenablage um 1820 folgten etliche Umzüge. Diese waren leider immer verbunden mit Aktenverlusten, so dass es Lücken in der Dokumentation gibt. Erst 1948 konnten sich erste Ansätze einer Archivierung im heutigen Sinne etablieren. 1952 erfolgte dann im Zusammenschluss mit der wissenschaftlichen Bibliothek des Landkreises Bonn die Gründung des Kreisarchivs, das aber auch erst 1966 einen hauptamtlichen Leiter erhielt. Nach einer Zeit des „Sammelns“ liegt heute der Schwerpunkt vor allem auf dem Erschließen der Bestände für eine Nutzung weiter Kreise, sei es aus wissenschaftlichem Interesse oder privater Neugier.

Nach der Theorie durften wir das Allerheiligste besichtigen, das eigentliche Archiv im Untergeschoss des Kreishauses. Hier wurde uns auch noch einmal der Gang des Archivguts von der abgebenden Stelle, über die erste Sichtung bis in die strukturierte Aufnahme in das Archiv vor Augen geführt. Was nutzt es, wenn etwas da ist und keiner findet es! Es war trotz der vielleicht „trockenen“ Materie ein interessanter, abwechslungsreicher Nachmittag dank Frau Dr. Arndt und Herrn Harms, denen unser Dank galt. Ihre Aufforderung auch: Haben Sie keine Scheu, das Archiv zu nutzen.

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vorsitzender Heimat- und Geschichtsverein


In den Katakomben des Archivs Frau Dr. Arndt und Herr Harms


Entwicklung Kreisgebiet nach 1815

Auf dem diesjährigen Romantik-Weihnachtsmarkt informierte der Heimat- und Geschichtsverein die Besucher über unsere Druckerzeugnisse, so z.B. auch unsere Bundestagsabgeordnete Lisa Winkelmeier-Becker (auf dem Bild im Gespräch mit Gisela Arnolds), aber ebenso über unsere Veranstaltungen (Näheres z.B. auch zu unserer Jahresfahrt in den Vogelsbergkreis auf unserer Homepage hgv-nks.de).

Unsere erste Exkursion 2024 führt uns am Freitag, den 12. Januar in das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises nach Siegburg ins Kreishaus. Abfahrt ist um 12 Uhr wie gewohnt vom Antoniusplatz. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 5 Euro für Mitglieder und 7 Euro für Nichtmitglieder. Anmeldung bitte wie gewohnt bei Gisela Arnolds (02247/2910).

Wir freuen uns auf Sie und wünschen ein frohes Fest und ein gutes Jahr 2024

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vorsitzender Heimat- und Geschichtsverein


Es kann los gehen


Bildmitte Lisa Winkelmeier-Becker mit Gisela Arnolds


Freude am Stand

Am Samstag, den 21. Oktober 2023 besuchte eine Gruppe des Heimat- und Geschichtsvereins die Grube Silberhardt in Windeck.

In zwei Kleingruppen erlebten wir einen hochinteressanten und intensiven Ausflug in die Vergangenheit. Die bedrückenden Verhältnisse einer Grube des 17. Jahrhunderts wurden vor unserem inneren Auge lebendig. So bestand die Beleuchtung ursprünglich nur aus brennenden Kienspänen und die Stollenhöhe war weit von Stehhöhe entfernt. Wen wundert es, dass deshalb auch Kinder in den Stollen arbeiteten. Auch der aktuelle Museumsstollen, der schon nicht mehr mit Hammer und Meißel sondern mit der Hilfe von Sprengstoff entstand, führte dazu, dass Personen über 1,70 m erlebten, wozu der obligatorische Helm Nutze ist.

Nach dem anschließenden Museumsbesuch klang der Nachmittag bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen aus. Ein schöner Nachmittag, der mit einem herzlichen Dankeschön an die Organisatorin Gisela Arnolds und die Bäckerinnen endete. Bis zum nächsten Mal!

Hans-Jürgen Parpart, 1. Vors. Heimat- und Geschichtsverein Neunkirchen - Seelscheid


Ein alter Stollen (17. Jh)


Eine Frage der Größe


Unsere Kleingruppe

Am vergangenen Samstag, den 22. Juli besuchte der Heimat- und Geschichtsverein mit 20 Personen den Petersberg und wir genossen einen kurzweiligen und interessanten Rundgang durch die Ausstellung im alten Wachgebäude und das Gelände.
Schon auf dem Parkplatz konnten wir uns am wunderbaren Panorama des Siegtales erfreuen, bevor uns zu Beginn der Führung am Modell die Führerin Frau Brennig den Petersberg erklärte. Viele hörten zum ersten Mal, dass es eine Petersbergbahn analog zur Drachenfelsbahn gab, die auch den gleichen Betreiber und die gleichen Bahnen hatte. Im Wachgebäude erläuterte Frau Brennig einige geschichtliche Ereignisse im Zusammenhang mit dem Petersberg, trefflich gewürzt durch Geschicht(ch)en, z.B. „Adenauer und der Teppich“.
Auf dem anschließenden Rundgang lernten wir die Örtlichkeit näher kennen und genossen den Blick ins Rheintal. An der Kapelle St. Peter hörten wir Anekdoten rund um Michael Schumachers Hochzeit und am Eingang zum „Promi“-Trakt endete unsere Führung, bei vielen verbunden mit dem Vorsatz, wiederzukommen.

Besuchen Sie uns auch auf hgv-nks.de

Hans-Jürgen Parpart, Erster Vorsitzender


Siegtalpanorama


Adenauer und sein Fuß auf dem Teppich


Blick auf Drachenfels und Drachenburg

Kapelle St. Peter

Exkursionsteilnehmer


Eingang Hotel Petersberg

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