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Fahrt in Eifel vom 5. bis 8. Mai 2016

Die Jahresfahrt des Heimat-und Geschichtsvereins Neunkirchen – Seelscheid führte uns 2016 in die Südeifel mit dem Hotelstandort Gerolstein. Wie schon so oft – es war seine 11. Fahrt – vorzüglich organisiert von Bernhard Plitzko und begleitet von dem ebenso sachkundigen wie humorvollen Kunsthistoriker Markus Juraschek-Eckstein starteten wir an Christi Himmelfahrt bei strahlend blauem Himmel, der uns auch die gesamte Fahrt erhalten blieb.

Auf der Fahrt bereits erläuterte uns Herr Eckstein die wechselvolle Geschichte der Eifel. Durch die vulkanische Erde war die Eifel sehr fruchtbar und deshalb schon ab der Steinzeit besiedelt. Die wechselvolle dokumentierte Geschichte hatte ihren ersten Höhepunkt in der römischen Zeit, was die Stadt Trier noch heute belegt. In der Entwicklung der europäischen Geschichte folgte einer Zentrallage zu Zeiten Karls des Großen eine Randlage und die Eifel wurde zum Zankapfel umliegender weltlicher und kirchlicher Herren. Die Zeugnisse konnten wir in den Folgetagen dann auch erleben. Nachdem die Eifel im 20. Jahrhundert Aufmarschgebiet war, liegt sie nun wieder im Herzen Westeuropas.

Nach Beziehen unserer Unterkunft im Seehotel in Gerolstein stand nach kurzer Einweisung der erste Programmpunkt an, die Erlöserkirche in Gerolstein. Erbaut durch den Evangelischen Kirchenbauverein (Berlin) und 1913 Kaiser Wilhelm II geschenkt, war sie eine ungeheuer prächtige evangelische Kirche in der katholischen Eifel, was damals zu mancher Kritik einlud. Die beim Bau der Kirche entdeckte Villa Sarabodis aus römischer Zeit rundete den Nachmittag ab. Wie nun die folgenden Abende kamen wir im Hotel in den Genuss eines herrlichen Fünf-Gänge-Menus.

Am Freitag konnten wir dann – quasi als Kontrapunkt – das Zisterzienser - Kloster Himmerod erleben, die Kirche nach den Lehren des Ordens schlicht und hell. Bei Manderscheid zeugten die Ruinen der Oberburg und Unterburg zum Einen von den dauernden Auseinandersetzungen zwischen dem Kurfürstentum Trier und dem Herzogtum Luxemburg, zum Anderen legten sie Zeugnis ab von den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Ein Besuch des Weinfelder oder auch Totenmaar genannt, das an die „Herrschaft der Pest“ im 16. Jahrhundert erinnerte, schloss den Tag ab.

Mit der Besichtigung der Überreste der römischen Villa Otrang aus einer Zeit, wo die Eifel eine Blütezeit erlebte, begann der Samstag. Markus Eckstein ließ die Zeit vor unserem Auge lebendig werden, auch mit der Schattenseite, dass die Römer zu Heizzwecken die Eifelwälder praktisch kahlschlugen. Malberg und Kyllburg im idyllischen Tal der Kyll waren weitere Stationen. Gesehen haben wir in Kyllburg eine malerische Altstadt und die Stiftskirche. Die Besichtigung von Schloss Malberg war begleitet vom Besuch des Cafes in einer alten Kapelle und zeigte zur Gartenseite die prächtigen renovierten Zimmer, zur Hofseite wie es vor einer Restauration aussehen kann. St. Thomas an der Kyll am Ende des Tages zeigte die hohe Bedeutung der Kirche vor 1800 in der Eifel erneut auf.

Die Rückfahrt führte uns zunächst zum Ferschweiler Plateau, an dessen Fuß wir zunächst wieder in römischer Zeit mit einer Diana-Statue starteten. Nach einem erfolgreichen Anstieg ging es nun in der Zeit nicht vorwärts, sondern zurück. Wir sahen Monumente aus der Jungsteinzeit, in der in Stonehenge die Megalithe errichtet wurden. Nicht so gewaltig, aber doch ehrfurchterweckend war die künstliche Aufeinanderschichtung tonnenschwerer Steinblöcke oder ein Verteidigungswall. Diese Monumente erinnerten an die Teufelskiste bei Beiert oder an Ringwallanlagen in unserem unmittelbaren Umfeld. Nach dem Abstieg zu Schloss Weilerbach, einem „maison privée“ des Abtes von Kloster Echternach und dem Hinweis, dass dort bereits in der vorindustriellen Zeit Eisenverhüttung stattfand, folgte das Mittagessen. Ein Besuch im luxemburgischen Echternach mit der St. Willibrord – Basilika und einem Gang durch die Altstadt rundete unser Programm ab.

Wir würden uns freuen, die Teilnehmer und Sie als Leser bei unserer nächsten Tour (wieder) begrüßen zu können.

Hans-Jürgen Parpart, Erster Vorsitzender

Unsere Gruppe vor Schloss Malberg
Erste Einweisung durch Markus Eckstein
Erlöserkirche in Gerolstein
Erlöserkirche in Gerolstein
Manderscheid Unterburg
Manderscheid Oberburg
Beim Diner
Klosterkirche Himmerod
Klosterkirche Himmerod
Totenmaar
Villa Otrang
Villa Otrang - Das Bad
Malberg Schloss mit Kapelle

Kyllburg Stiftskirche
Kaffee in der Kapelle Schloss Malberg
Schloss Malberg - Trauzimmer
Schloss Malberg - unrestaurierter Raum
Markus Eckstein erklärt St. Thomas an der Kyll
Dianadenkmal am Ferschweiler Plateau
Aufstieg auf das Ferschweiler Plateau
Markus Eckstein erläutert den Megalithen
Ringwallanlage auf dem Ferschweiler Plateau
Schloss Weilerbach
Echternach St. Wilibrord - Basilika
Echternach St. Wilibrord - Basilika
Echternach St. Wilibrord - Basilika
Spaziergang in Echternach
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