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Hessenfahrt des Heimat-und Geschichtsvereins – Ein Rückblick

An Christi Himmelfahrt brachen ca. 40 Mitglieder des Heimat-und Geschichtsvereins bei Sonnenschein zur Jahresfahrt 2017 auf, wobei uns das gute Wetter – teilweise schweißtreibend – die ganze Fahrt treu blieb.

Angekommen in unserem Quartier in Melsungen, einer Kleinstadt südlich Kassel, stand schon der erste Höhepunkt an: Die Führung durch die historischen Viertel, die ca. 650 teilweise prachtvoll restaurierte Fachwerkhäuser umfassen. Dabei wurde uns auch sehr anschaulich die Bedeutung der Bezeichnung „Bartenwetzer“ für die Melsunger in früherer Zeit dargestellt: Sie wetzten die Klingen ihrer Beile („Barten“), mit denen sie im umliegenden Wald die Bäume schlugen, am Sandstein der Fuldabrücke.

Der nächste Tag startete mit einer Stadtführung durch Kassel im Bus: Kassel wurde im Krieg stark zerstört und die Innenstadt ist geprägt von der Moderne bzw. von dem, was man in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg dafür hielt. Schloss Wilhelmshöhe mit seinem Park und der auf Kassel herabblickende  Herkules bilden in Kassel einen Kontrast zur modernen Stadt, wobei die weithin sichtbare Achse „Wilhelmshöher Allee“ auch früher schon das Stadtbild prägte. Da der Nachmittag zur freien Verfügung stand, erkundeten die einen Kassel-Zentrum, während andere den Park um Wilhelmshöhe genossen.

Verschiedene Führungen prägten den Samstag. Die ersten beiden fanden in Fritzlar statt: Zunächst wurde uns bei der Domführung die Christianisierung im Mittelalter nahegebracht. In diese Zeit fiel sowohl der Vorgängerbau des heutigen Doms, als auch die Gründung der Stadt Fritzlar selbst. Besondere Erwähnung fand in der Stadtführung das Rathaus von 1274, das als ältestes, noch als solches genutztes „Amtshaus“ gilt. Nach einer wohltuen- den Mittagspause am historischen Markt von Fritzlar mit seinen außergewöhnlichen Fachwerkbauten fuhren wir zur Edertalsperre. Dort wurde uns deren eindrucksvolle Baugeschichte, der Bombenangriff auf diese im Zweiten Weltkrieg mit der katastrophalen folgenden Überschwemmung, aber auch ihre heutige wirtschaftliche Bedeutung erklärt. Parallelen zur Wahnbachtalsperre sind unverkennbar: Umsiedlungen beim Bau der Sperre, aber auch das Auftauchen versunkener Bauten bei sinkendem Wasserspiegel.

Sichtbar war auch hier schon die über der Talsperre thronende Burg Waldeck, deren Besichtigung am Tag der Rückfahrt den Abschluss bildete. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Gefängnis genutzt, waren die dort im Mittelalter benutzten Folterinstrumente trauriger und grausamer Höhepunkt der Führung.

Neben der Erkundung von Historie und Kultur der Region fanden wir auch vielfältig Gelegenheit, das Kulinarische, verbunden mit einem netten gegenseitigen Austausch in Gesprächen zu genießen.

Uns hat es gefallen – vielleicht sind Sie ja 2018 auf der Jahresfahrt oder bei einer unserer nächsten Exkursionen dabei.

Hans-Jürgen Parpart

1. Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

Bartenwetzen leibhaftig
Stadtführung in Melsungen
Stadtführung in Melsungen
Vor dem Ratskeller in Melsungen
Das Parthenon der Bücher
(documenta Kassel)
Gemeinsames Mittagessen
Schloss Wilhelmshöhe
Bonifatius - Denkmal in Fritzlar
Der Dom St. Peter in Fritzlar
Stadtführung in Fritzlar
Marktplatz in Fritzlar
Marktplatz in Fritzlar
Die Staumauer des Ederstausees
Edersee von Burg Waldeck
Die Reisegruppe sucht Schatten
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