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Waagen-Wanderweg / St. Remigius Happerschoß

Der Heimat- & Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid hatte zu einer Exkursion nach Hennef zum Waagen-Wanderweg und zu Sankt Remigius in Happerschoß eingeladen.

Am Samstag, den 18.04.2009 traf sich morgens eine stattliche Zahl von Teilnehmern in der Meys Fabrik in Hennef. Hier wurden wir von Wolfgang Euler, Gästeführer der Stadt Hennef, herzlich begrüßt. In kurzweiliger Form wurden uns die mit dem Chronos-Werk verbundenen Erfindungen, sowie die Historie der Industrialisierung von Hennef im 19. und 20. Jahrhundert an Hand der Chronos-Waagen Dauerausstellung in der Meys Fabrik erläutert.

Es ist unbestritten und mittlerweile wissen es alle: Die Chronos-Waage war eine Hennefer Erfindung mit weltweitem Erfolg. Die Hennefer Pioniere Carl Reuther und Eduard Reisert erfanden die Chronos-Waage als erste eichfähige, selbsttätige Waage der Welt, die am 12.April 1883 durch die „ Kaiserliche Normal-Aichungs-Kommission “ in Berlin zur Eichung zugelassen wurde. Durch diese Zulassung wurde zum ersten Mal auf dieser Erde einer automatischen Waage die gesetzliche Anerkennung als Wertmesser zuteil. Bis dahin hatte die Menschheit gut 10.000 Jahre Waren mit manuellen Waagen per Hand gewogen. Mit der Erfindung der automatischen Chronos-Waage ging ein Zeitalter zu Ende und ein neues begann. Mit der Chronos-Waage wurde – gerade beim Abwiegen von Schüttgütern – viel Zeit eingespart, Präzision und Verlässlichkeit wuchsen, möglichen Manipulationen, wie bei den nicht automatischen Waagen, wurde ein Riegel vorgeschoben. Natürlich haben wir auch die Funktion der Chronos-Waage mit Material in der Meys Fabrik erleben können. Bis zum 2. Weltkrieg hatte das Hennefer Chronos-Werk ein Weltmonopol für automatische Waagen. Wolfgang Euler, Stifter der Chronos-Waagen Dauerausstellung: „Gewichte, Waagen und Wägen im Wandel der Zeit“ erläuterte die Waagenentwicklung über einen großen historischen Zeitraum mit den Exponaten der Ausstellung, um anschließend den Waagen-Wanderweg, der im übrigen in der Stadt Hennef ausgeschildert ist, mit uns zu gehen. Sein eigenes Erleben flocht er gekonnt in seine Erläuterungen mit ein, hatte er doch 1957 beim Chronos-Werk seine Lehrzeit begonnen.

In der ehemaligen Bahnhofsgaststätte Hennef – heute Hennefer Wirtshaus – kehrten wir zur Mittagspause ein, bevor wir nach Happerschoß fuhren, wo uns der Mucher Historiker, Herr Hartmut Benz, an der Kirche erwartete. Vor der Kirche Sankt Remigius spannte er einen Bogen vom 11. Jahrhundert an. Von der ersten urkundlichen Erwähnung von Happerschoß anno 1054, von seiner Abhängigkeit zur Pfarrei Sankt Michael Geistingen bis hin zur Selbständigkeit als eigene Pfarrei und von der politischen Zugehörigkeit zum Amte Blankenberg, erzählte er uns. Er erklärte uns die Kompetenzen des Happerschoßer Freigerichts sowie die Arbeit seiner Schöffen und verglich die Inhalte der Weistümer ( Gesetzessammlungen ) von Happerschoß und Seelscheid miteinander. bis hin zum Brand anno 1807 der unter dem hl. Anno - Erzbischof von Köln – erbauten Kirche. Der Wiederaufbau der Kirche in der heutigen Form begann 1818 und wurde 1867 beendet. Bered macht er uns mit der lokalen Geschichte vertraut, soweit sie bekannt ist. In der Kirche selbst ließ er den Raum wirken und wies uns auf die aussagefähigen Heiligenfiguren, die Glasfenster, welche die biblischen Seligpreisungen zum Thema haben, und die Klais-Orgel hin. Über eine Stunde hielt er uns insgesamt mit seinen Worten in Bann.

Frau Arnold hatte wie immer alles gut organisiert. Und so fehlten auch Kaffe und Kuchen nicht. Auf dem Parkplatz neben der Kirche machten wir in froher Runde unsere Stehpartie, entspannten uns, dankten Frau Arnold und ihrem Team und fuhren um einige Erlebnisse reicher zufrieden nach Hause.

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