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Ausflug nach Köln: St. Pantaleon und NS-Dokumentationszentrum

Unsere letzte Exkursion führte uns am 22. August nach Köln. Um 11 Uhr empfing uns Herr Jürgen Schönenkorb am Hauptportal der Kirche St. Pantaleon. Auf interessante und kurzweilige Art und Weise brachte er uns zwei Stunden lang die Geschichte dieser romanischen Kirche nahe, die inmitten des erhaltenen Klosterbezirks der ehemaligen Benediktinerabtei liegt. Wir besichtigten  auch die Teile der Kirche, die nicht in jeder Führung gezeigt werden, wie die Reste der römischen  „villa suburbana“ unter dem Ostteil (Krypta), sowie das kaiserliche und wuchtige Westwerk. Herr Schönenkorb erklärte uns zahlreiche Einzelheiten zu den beiden Grabstätten  des Erzbischof  Brunos (des Bruders Kaiser Ottos I.) und der Kaiserin Theophanu (der Frau Kaiser Ottos II.), zu dem spätgotischen Altar, dem Lettner, der heute die Orgel trägt, sowie zu den romanischen Reliquienschreinen. Auch über den ostkirchlichen Heiligen Pantaleon, dem die Kirche geweiht ist, wurde uns Einiges berichtet. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern und ist, da er selbst Arzt war, Patron der Ärzte und Hebammen. Geboren wurde er Mitte des dritten Jahrhunderts in Nikomedia und wegen seiner großen Fähigkeiten wurde er  von Kaiser Maximilian zu seinem Leibarzt ernannt. Als Pantaleon jedoch versuchte, dessen Frau zum Christentum zu bekehren, wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Die Zeit der Führung verging im Flug und nach einem mehr oder weniger auf die Schnelle eingenommenen Mittagessen machten wir uns um 14 Uhr auf zum EL-DE-Haus, dem Sitz des NS-Dokumentationszentrums.

Von Dezember 1935 bis März 1945 war das EL-DE-Haus – benannt nach den Initialen seines Bauherrn Leopold Dahmen – der Sitz der Kölner Gestapo (Geheime Staatspolizei). Sie war zuständig für den Regierungsbezirk Köln und seit 1943 auch für den Regierungsbezirk Aachen, sowie für die besetzten Gebiete Eupen und Malmedy. Der Gestapo oblag die Überwachung der Bevölkerung und die Verfolgung der politischen und „rassischen“ Gegnerinnen und Gegner des NS-Regimes. Sie war verantwortlich für die Deportation und Ermordung von Tausenden Menschen. In den letzten Monaten des Krieges wurden im Innenhof des EL-DE-Hauses mehrere Hundert Menschen, insbesondere ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, gefoltert und hingerichtet. Wie durch eine Ironie des Schicksals blieb das EL-DE-Haus im Krieg weitgehend verschont und bringt den Besuchern heute die Schrecken der NS-Zeit authentisch nahe. Die erhalten gebliebenen Gefängniszellen und die mit  Kreide, Blei- oder Lippenstift aufgebrachten, oder mit Fingernägeln eingeritzten Wandinschriften  dokumentieren Leid und Trauer, aber auch Selbstbehauptung und Aufbegehren der ehemaligen Insassen. Die Besucher wirkten alle betroffen, bedrückt, traurig und wir alle fühlten uns dem Andenken an die Gefangenen durch die uns konkret gezeigten Beispiele irgendwie verpflichtet. So ging ein „schöner“  und hochinteressanter Ausflug nach Köln sehr nachdenklich zu Ende.

Kaiserin Theophanu
Sarkophag
Blick ins Hauptschiff
Krypta - hl. Bruno
Römische Mauerreste
Reisegruppe
Dokumentationszentrum

 

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